SPD Frauen: Ehegattensplitting reformieren – mit Augenmaß

Veröffentlicht am 13.04.2026 in Allgemein

Die aktuelle Debatte um die Abschaffung des Ehegattensplittings zeigt, wie notwendig Reformen sind – wird aber oft zu verkürzt geführt. Unstrittig ist: Es begünstigt Modelle, in denen ein Partner – meist die Frau – wirtschaftlich abhängig bleibt. Das erschwert eigenständige Erwerbsbiografien und erhöht langfristig das Risiko von Altersarmut.

Doch allein die Abschaffung löst das Problem nicht. Familien stehen schon heute unter erheblichem Druck: unzureichende Kinderbetreuung, hohe berufliche Anforderungen und eine weiterhin ungleich verteilte Sorgearbeit. Ohne bessere Rahmenbedingungen würde eine Reform viele zusätzlich belasten.

Deshalb braucht es einen ausgewogenen Ansatz: eine schrittweise Reform des Ehegattensplittings, verbunden mit gezielten Investitionen in Kinderbetreuung – insbesondere in ausreichend verfügbare und verlässliche Kita-Plätze –, in Vereinbarkeit und in die Altersvorsorge von Frauen. Zudem sollte sich Förderung stärker an tatsächlicher Verantwortung für Kinder orientieren – nicht allein am Trauschein.

Die zentrale Frage ist nicht, ob wir das Ehegattensplitting verändern, sondern wie wir ein System schaffen, das wirtschaftliche Unabhängigkeit stärkt, ohne Familien zu überfordern – und damit auch bestehende Ungleichheiten wie den Gender Pay Gap, der in unserer Region besonders ausgeprägt ist, wirksam reduziert.

Barbara Oppelz
Vorsitzende SPD FRAUEN Bodenseekreis

 
 

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