Schiffsverkehr in den Nahverkehrsplan integrieren

Veröffentlicht am 04.04.2025 in Fraktion

Die SPD-Kreistagsfraktion im Bodenseekreis will die Personenbeförderung im Schiffspendelverkehr in den Nahverkehrsplan integrieren. Anlass ist die Verabschiedung des Nahverkehrsplans in der Kreistagssitzung am 08. April. „Wenn wir es ernst damit meinen, dass der See nicht trennen, sondern verbinden soll, dann gehören Fähren und Katamaran, die insbesondere die Landkreise Konstanz und Bodenseekreis im Pendelverkehr bedienen, auch zum Öffentlichen Personennahverkehr,“ so Domenico Ferraro, Mitglied im Nahverkehrsausschuss.

Im Kreistag des Landkreises Konstanz wurde im März dazu ein überfraktioneller Antrag gestellt, mit dem dies explizit gefordert wird. Zudem sollen Deutschlandticket und JugendBW-Ticket für die Schiffsverbindungen gültig sein. Die Kreistagsverwaltung wurde aufgefordert, auf die Integration der Schiffsverbindungen hinzuarbeiten und zusammen mit dem Landkreis Bodenseekreis Gespräche mit dem Landkreis und anderen Akteuren aufzunehmen.

„Wir wissen, dass es seit längerem Bemühungen und Gespräche in diese Richtung gibt. Wir möchten die Landkreisverwaltung des Bodenseekreises ausdrücklich beauftragen, hier nicht locker zu lassen und gemeinsam mit dem Kreis Konstanz, mit dem Land zu verhandeln, mit dem Ziel, den Nahverkehr auf die Schiffsverbindungen auszuweiten,“ ergänzt Fraktionsvorsitzender Dieter Stauber.

Im Sinne der Kunden und Nutzer des ÖPNV sollen die Schiffsverbindungen über den See hinweg ebenso wie Bus- und Bahnverkehr  in den Nachverkehr integriert werden. Aktuell ist es so, dass die Schiffsverbindungen nicht wie Busse und Bahnen Teil des ÖPNV sind. Während zum Beispiel Fahrgäste der Schnellbuslinie Ravensburg – Konstanz die Fähre mit dem Deutschland-Ticket nutzen können, ist dies anderen Passagieren nicht gestattet. Solche inkonsistenten Regelungen führen zu Frustration bei den Nutzern und spürbaren Einnahmeausfällen für die Betreiber. Da Schiffs-Fahrkarten im Tarif- und Verkehrsverbund dann günstiger würden, wird es auch darum gehen, wer sich an den Kosten der Schiffsbetreiber in welcher Form beteiligt.

Zudem sollen die Schiffsverbindungen mit dem landseitigen Bus- und Bahnverkehr besser aufeinander abgestimmt und durchgängiger im Sinne einer Reisekette funktionieren. Fahrplan- und Vertriebslösungen könnten durch die Digitalisierung und die bessere Vernetzung rund um den See nun besser funktioneren.

Die SPD-Fraktion sieht ausdrücklich die Bemühungen der Kreisverwaltung und auch den Prüfauftrag in der Sitzungsvorlage, die Nahverkehrsverbindungen über den See in den Nahverkehrsplan aufzunehmen! Es macht Sinn, wenn nun aktuell und ganz konkret die beiden Kreistage hier gemeinsam in die gleiche Richtung argumentieren und die Initiative des Landkreises Konstanz auch vom Bodenseekreis unterstützt wird.“

 
 

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